Meraner Höhenweg
Wir haben unsere Wandertour in der letzten Juniwoche 2003 gemacht. Am Samstag
sind wir in Naturns angekommen und haben zusammen mit meinen Eltern eine
Ferienwohnung bezogen. Sonntag morgen sind wir dann losmarschiert. Gleich
ein Hinweis: Wir hatten die Kompaß-Karte 1:35000 ("Meraner Höhenweg")
dabei. Die ist zwar praktisch zum Ausklappen aber ziemlich ungenau, viel
genauer ist die Karte "Naturpark Texelgruppe 1:25000 vom Tabacco-Verlag.
Die war in Naturns im zentralen Buchladen zu bekommen. Wir hatten alle Übernachtungen
vorgebucht, was aber nicht notwendig war.
Sonntag
Es ging in Algund mit 2 Seilbahnen hoch zu Leiteralm. Nach einem (für
uns..) ziemlich anstrengenden Marsch über 300 Höhenmeter kamen
wir zum Hochganghaus.
Von dort weiter zur Nassereith-Hütte und endlich zum "Giggelberg",
wo wir unsere erste Übernachtung geplant hatten.
Eine Übersicht über die Ubernachtungsmöglichkeiten (mit Telefonnummern)
auf dem Höhenweg erhält man übrigens von den Fremdenverkehrsämtern
in Südtirol. Wir starteten von Algund aus, weil wir den Hans-Frieden-Felsenweg
nicht laufen wollten. Ich hatte im Internet ein paar Stellen gefunden, daß
man auf diesem Teilstück schwindelfrei sein sollte und das bin
ich nicht. Wir wollten daher dieses Teilstück einfach auslassen.
In Giggelberg besteht die Unterkunft aus einem Zimmer mit 6 Stockbetten,
die paarweise zusammengestellt sind. Das Essen in der Gaststätte ist
einfach aber gut. Witzig ist der plappernde Beo. Die nächsten Tage
werden wir auf allen Hütten/Berggasthöhen ungefähr die gleiche
Speisekarte finden: Knödel, Kaiserschmarrn etc., aber alles gut gekocht.
Dusche (mit Warmwasser) ist vorhanden und sehr sauber, Toilette ebenfalls.
In Giggelberg (wie auch bei allen anderen Übernachtungen) waren wir
allein in dem Zimmer
Montag
Heute gings zum Untervernatschhof (Nähe Katharinaberg). Wirklich
sehr schön wurde der Pirchhof hergerichtet. Hier tranken wir auch unsere
erste Buttermilch auf dieser Wanderung. Wir hatten den ganzen Tag einen
phantastischen Blick ins Tal.
Gegen Ende der Tagesetappe haben wir dann schon gedacht, den Untervernatschhof
verpasst zu haben. Man muß läuft aber tatsächlich bis zur
Straße hoch und muß dann auf der Straße noch bis zum Hof
hochlaufen. Dort erwartete uns eine Übernachtung in einem Bauernhaus,
dessen "neuer" Teil aus dem 16 Jahrhunder stammt, der ältere Teil aus
dem 13. Jahrhundert. Die Betten, die Ausstattung etc. sind uralt. Im "Bad"
sieht besteht eine "Wand" aus Fels.
Seit Sommer 2003 ist auch eine Dusche (mit Warmwasser) installiert. Es gibt
im EG (wo wir waren) ein Schlafzimmer mit Doppelbett und einen Einzelbett,
Bad, Küche (nur für die Bäuerin) und eine große Stube.
Im OG haben sie vermutlich nochmals ein paar Schlafzimmer.
Ein unvergessliches Erlebniss und jedem unbedingt zu empfehlen. Der Untervernatschhof
hat keine Gaststätte und da Katharinaberg zu weit unten liegt, kocht
die Bäuerin selbst. Es gibt keine Speisekarte sondern man spricht sich
einfach ab. Es gab Bratkartoffeln mit Spiegelei und selbstgemachte (phantastischer
!) Bratwurst und Salat. Der Untervernatschhof verlangt eine Anzahlung von
10€ für das Essen weil 2002 für einige Gruppen, die dann doch
nicht kamen, Essen vorbereitet wurde.
Prädikat: unbedingt empfehlenswert.
Blick auf Katharinaberg
Blick auf Karthaus
Dienstag
Heute wollten wir zur Stettiner Hütte. Die Bäuerin vom Untervernatschhof
hatte zwar noch gesagt, daß die Hütte erst am 1.7 aufmacht, aber
wir hatten ja vorher reserviert und da hat es geheißen, wir könnten
kommen...
An der Biegung ins Pfossental gab es eine Stelle (ca 20m), die für
Leute mit viel Höhenangst (so wie mich) fast an der Grenze war.
Hier hätte man den Weg schon ein bisschen mehr ausbauen können.
Aber es ging dann doch.
Am Eingang ins Pfossental ist vor ein paar Jahren eine große Mure
abgegangen. Je nach Führer, Faltblatt und Jahrgang wird dazu geraten,
zum Tuml-Hof abzusteigen und die Mure zu umgehen. Als wir jetzt hier waren
(2003), wurde der Höhenweg über die Mure geführt. Es war ein
richtiger Weg (also kein Pfad von lebensmüden Wanderern) und es wurde
vor der Mure halt darauf hingewiesen, daß man vorsichtig sein soll.
Die 50m waren kein Problem. Der weiter Weg zum Vorderkaser war schön
wir bemerkten, daß sich hier im Pfossental die Vegetation deutlich
geändert hatte.
Bis zum Vorderkaser kann man mit dem Auto fahren und es war auch der ganze
Parkplatz gerappelt voll (kostet was). Vom Vorderkaser führt über
den Mitterkaser und die Rableidalm eine Schotterstraße zum Eishof.
Hier waren wirklich "Prozessionen" unterwegs. Allerdings sind vom Vorderkaser
bis zum Eishof noch ca. 300 Höhenmeter zu überwinden. Am Eishof
fragten wir dann nochmals, ob die Stettiner Hütte auf hat, aber
auch hier wurde uns gesagt: erst ab 1. Juli. Allerdings hätte das Winterlager
auf. Da sich das ziemlich ungemütlich anhörte, beschlossen wir
im Eishof zu übernachten. Ab 15 Uhr waren dann auch die Tagesausflügler
wieder weg und nur noch 3 weitere Paare und die Wirtsfrau mit ihren Kindern
waren da. Und ihre Kühe, Hasen, Hunde und die phatastische Bergkulisse.
Obwohl wir insgesamt 4 Paare waren, waren wir in unserem 6-Bett-Zimmer allein...
Duschen (Warmwasser) und Sanitäreinrichtungen waren sehr sauber. Das
Essen war gut. Da wir schon recht früh am Eishof waren, hatten wir viel Zeit und es war gut,
daß jeder ein Buch mitgenommen hatte.
hier kamen wir her
hier gehen wir weiter..
Mittwoch
Ziel: Irgendwo hinter Pfelders. Der Aufstieg zur Stettiner Hütte zog
sich knapp 3 Stunden hin. Der Weg ist aber absolut problemlos und man kommt
in wirklich hochalpines Gelände. Es gab noch ein paar Schneefelder
und da wir an diesem Tag die ersten waren gab es noch keine Spuren im Schnee
und wir wussten einmal nicht, wohin wir weitergehen sollten. Wir schlossen
uns dann einfach einer gerade aufgetauchten Wandergruppe an, die sich offensichtlich
auskannte. Meine Freundin hatte es kategorisch abgelehnt, Wanderstöcke
mitzunehmen. Auf den Schneefeldern (und später beim Abstieg) hätte
sie viel für die Stöcke gegeben und sie meint: Nie (!!!!!!!!!!!!!)
mehr solche Wanderungen ohne Stöcke!!!
Stettiner Hütte
Als wir unten bei der Lazinser Alm ankamen, hatten wir eine Rast verdient.
Wir hatten uns das Gasthaus "Innerhütt" zum Ziel gesetzt für diesen
Tag. Zeppichl ist ein kleines 10 Häuser-Dorf, es wird aber fleißig
gebaut. Pfelders ist ein typisches Tourismus-Dorf. Zwar auch nicht besonders
groß, aber viele Hotels mit Saunen, Sternen, Hallenbädern etc.
Wir hatten den Eindruck, daß wir hier nicht sonderlich erwünscht
waren. Im zentralen Laden wurden wir total unfreundlich behandelt und auch
im Restaurant wo wir einen Eisbecher gegessen haben, hatten wir den Eindruck,
eigentlich nicht besonders willkommen zu sein. Der weiter Weg verlief auf
zum Teil auf der Straße, zum Teil entlang von Wiesen ("Betreten der
Wiese verboten"). So schön der bisherige Teil des Höhenweges war,
so unschön war jetzt dieser Teil. Wir liefen auf einer Straße,
die im Winter als Rodelbahn genutzt wird. Zur Begrenzung waren streckenweise
Holzwände angebracht, teilweise lagen Plastikplanen herum. Auch beim
Gasthaus "Innerhütt" hatten wir den Eindruck, daß man von Wanderern
wie uns nicht besonders viel hält. Die Unterkunft war mickrig (immerhin
mit Bad) und kostete uns pro Person 30€. Unverschämtheit!!
rechts ist noch ein kleines Bad...
Das Essen im Restaurant war...naja. Der Salat war doch tatsächlich
nur mit Glutamat überstreut. Hier macht man sich mal mehr die Mühe
eine Fertigsoße drüberzukippen. Beim Frühstück am nächsten
Morgen hat meine Freundin dann eine Butter in der Hand, die im Jahre 2001
(!!) abgelaufen ist. Sie geht erneut zum Buffet und findet bei der "normalen"
Butter nur ähnlich alte Butterstücke. Auf ihren Hinweis an
die Wirtin bekommt sie zur Antwort, daß die Joghurtbutter ok sei. Die
Wirtin hat also gewusst, was sie auftischte. Dass die Nutella im Jahr 2002
abgelaufen war, hier nur kurz als Randnotiz.
Der Weg vom Eishof über die Stettiner Hütte zur Lazinser Alm
war zweifellos der Höhepunkt der Wanderung. Ab Pfelders hatten wir
aber den Eindruck, dass alles gemacht wird, damit keine Wanderer kommen.
Donnerstag
Unser letzter Tag. Wir wollten noch so viel laufen wie möglich und
dann ins Passeiertal absteigen und über Meran nach Naturns fahren.
Der Weg ging zunächst parallel zur Straße an ziemlich viel Müll
vorbei. Glücklicherweise fanden wir den Abzweig, aber auch der weitere
Weg riß uns nicht vom Hocker. Ziemlich häufig Schotterstraßen.
Hinzu kam, daß an dem Tag viele Bremsen unterwegs waren. Wir konnten
praktisch nicht stehenbleiben ohne von den Viechern gestochen zu werden.
Bei Christl hatten wir dann keine Lust mehr und stiegen nach St. Leonhard
ab. Ab hier dann mit dem Bus nach Meran bzw. nach Naturns zurück.
Dann Viel Spaß auf dem
Meraner Höhenweg
3.7.2003